Archiv für Januar 2011

Workshop zur Verbesserung der Studienbedingungen am Institut für Soziologie

Montag 17.01.2011 | 19:00 Uhr | Autonomicum (Blauer Turm / EG)

Im Rahmen des Bildungsstreiks im WS 2009/10 haben sich Studierende u.a. mit den Studienbedingungen in den Bachelor-und Masterstudiengängen auseinandergesetzt und Verbesserungsansätze erarbeitet. Einige der Forderungen wurden in den neuen Prüfungs- und Studienordnungen der Soziologie umgesetzt. Doch der Kampf für ein besseres, selbstbestimmtes Studium geht weiter – deswegen wollen wir am Montag, den 17.1 konkrete Forderungen erarbeiten.

Solidarität mit dem betroffenen Antifaschisten gegen die geplante DNA-Entnahme!

Solidarität mit dem betroffenen Antifaschisten gegen die geplante DNA-Entnahme!

Mit der angedrohten DNA-Entnahme reiht sich ein weiterer Fall ein in die Liste der repressiven Maßnahmen des lokalen Staatsapparates. Vor knapp einem Jahr durchsuchten Polizeibeamte auf Anordnung der Staatsanwaltschaft und mit Erlaubnis des Gerichts eine linke Wohngemeinschaft in der Göttinger Innenstadt. Kurz zuvor ist ein Prozess gegen einen Genossen des Basisdemokratischen Bündnisses auf inakzeptable Art und Weise zu Ende gegangen: Auf Grundlage von konstruierten Geschichten, Absprachen und entwendetem Filmmaterial wurde er zu einer hohen Geldstrafe verurteilt.

Diese Auflistung ist bei weitem nicht vollständig, aber sie zeigt Kontinuitäten auf. Und hinter diesen Kontinuitäten steht ein System: Es ist nicht etwa die Idee abstrakten Rechts, wie die bürgerliche Ideologie das Rechtssystem verklärt, sondern es ist die unmittelbare, sytematische Bekämpfung sozialer Bewegungen von Seiten des Staates. Wir wundern uns nicht und wir empören uns nicht. Wir begreifen, kritisieren
und wehren uns gegen diesen Zustand.

Wir haben begriffen, dass dieses Rechtssystem – mit all seinen Tücken, aber auch Versprechungen – notwendiger Teil der herrschenden Verhältnisse ist. Wir haben verstanden, dass ein repressiver Apparat notwendig ist, um dieses System voller Widersprüche und Brüche am laufen zu halten. Aber wir haben auch verstanden, dass dieses System, das in letzter Instanz immer Menschenverachtend sein muss, egal wie gut der Wille einzelner Bürokrat_innen ist, nicht unser System ist.

Und weil dieses System, das mit dem Finger auf soziale Bewegungen – auf uns – zielt und am laufenden Band Urteile, Vorurteile und Verurteilungen produziert, nicht unser System ist, solidarisieren wir uns mit dem Betroffenen der DNA-Entnahme. Nicht nur weil die Maßnahme „unverhältnismäßig“ sei, wie SPD und Grüne behaupten, sondern weil hinter dieser Maßnahme genau jenes Programm abläuft, das notwendig ist, um die Fließbänder nicht ins stocken geraten zu lassen.

Es handelt sich hier, wie in vielen Fällen der Vergangenheit in Göttingen und darüber hinaus, um politische Verfolgung. Es geht nicht nur um einen politischen Verwaltungsakt, sondern um die tatsächliche Verfolgung politischer Bewegungen. Weil wir ein Teil dieser Bewegungen sind, fühlen wir uns angesprochen, wenn jemand, der auch Teil der Bewegung ist, aus politischen Gründen verfolgt wird. Wir fühlen uns angesprochen und sind wütend.

Solidarität ist unsere Waffe!
Kommt alle zur Antirepressionsdemo am 22.01.2011 um 14:00 Uhr am Gänseliesel!

Basisgruppe Sozialwissenschaften im Januar 2011

Für einen linken und basisdemokratischen AStA!

Wer sind wir?

Das Basisdemokratische Bündnis ist ein uniweiter Zusammenschluss aller an den Fachbereichen organisierten Basisgruppen, die sich für eine linke, emanzipatorische Politik an der Uni einsetzen. Wir verstehen uns dabei in erster Linie als basisdemokratisch. Das heißt, wir legen Wert auf Mitsprache von allen und sind „von unten“ organisiert – Hierarchien versuchen wir auf allen Ebenen abzubauen: die Treffen sind öffentlich, jede*r hat die Möglichkeit, sich aktiv einbringen.

Was machen wir?

・ Aktive Fachschafts- und Fachgruppenarbeit: In den Fachgruppen Germanistik, Geschichte, Sozialwissenschaften, Philosophie und Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie sowie in den Fachschaftsräten der Philosophischen Fakultät, der Sozialwissenschaftlichen Fakultät und an der Biologie.
・ Durchführung verschiedener autonomer und kritischer Veranstaltungen und Projekte: Organisierung von bzw. Beteiligung an mehreren (hochschul-)politischen, feministischen und popkulturellen Veranstaltungsreihen: von „- Grenzen – Gleichstellung – Gewalt“ über „Bologna – Ein einziger Verwertungsprozess?“ bis „Aufbegehren in Bild und Text – vom Umgang des Comics mit Protest, Subkultur und Identität“. Zudem Durchführung einer alternativen O-Phase und Beteiligung an der „Le Chat Noir“-Theke im JuzI.
・ Organisierung von Vollversammlungen und Förderung von Basisinitiativen, um zusammen konkrete Verbesserungen im Studienalltag zu erkämpfen, wie z. B. die Neugestaltung von Studienordnungen oder die Verhinderung des Magisterendes 2011 an der Philosophischen Fakultät.
・ Unterstützung und Aufrechterhaltung nichtkommerzieller Freiräume an der Uni, wie z. B. das Freiraumcafe „Autonomicum“ im blauen Turm, der „Bunte Raum“ an der Philosophischen Fakultät oder der offene Raum in der Deutschen Philologie.
・ Mitorganisierung des Antifee (ein seit über drei Jahren bestehendes unkommerzielles und alternatives Kulturfestival an der Uni, inklusive Musik, Workshops, kritischen Veranstaltungen und anderen Angeboten).
・ Unterstützung der Here to Stay – Kampagne und der Erhaltung von selbstverwalteten Wohnstrukturen.
・ Engagement in gesellschaftspolitischen Bündnissen und Unterstützung von Initiativen, z. B. gegen die Abschiebungen von Roma aus Göttingen, gegen regionale wie überregionale Naziaufmärsche oder die Initiierung der Initiative „Für gesellschaftliches Engagement – Gegen Kriminalisierung und politische Justiz“.

Was fordern wir?

・ Wir wollen freie Bildung für alle! Studiengebühren gehören abgeschafft! Ausfinanzierung der Studiengänge durch Bund und Länder.
・ Grundlegende Veränderung des BA/MA-Systems. Selbstbestimmtes Studium durchsetzen!
・ Kritische Wissenschaften müssen gefördert werden, wir brauchen ein breites und qualitativ ansprechendes Studienangebot.
・ Für einen konsequenten Feminismus: Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten müssen gestärkt und endlich ein Gender-Referat im AStA gegründet werden.
・ Für einen konsequenten Antirassismus: Für mehr Antirassistische Arbeit gegen Ausgrenzung und Gewalt am Campus, antirassistische Initiativen müssen unterstützt werden.
・ Für einen konsequenten Antifaschismus: Wir fordern eine breitere Aufklärungsarbeit über studentische Verbindungen sowie verstärkte politische Arbeit gegen Nazis.
・ Wir fordern eine Hochschule ohne Barrieren – für eine Universität ohne Diskriminierung!
・ Für eine bunte und vielfältige Kulturarbeit!
・ Die selbstverwalteten Wohnstrukturen für Studierende müssen erhalten bleiben und ausgebaut werden!
・ Schluss mit Korruption und Filz! Studierende benötigen einen starken, handlungsfähigen und vor allem transparenten AStA mit allgemeinpolitischem Mandat, wir müssen auch gesamtgesellschaftliche Probleme wenigstens ansprechen dürfen!
・ Elitenbildung brauchen wir nicht. Was heißt schon Exzellenzinitiative?
・ Entscheidungen über unsere Köpfe hinweg sind nicht zu akzeptieren. Für eine offensive und transparente Arbeit in den Gremien!
・ Die ausländische Studierendenvertretung muss gestärkt werden!

Für einen basisdemokratischen, emanzipatorischen und handlungsfähigen AStA!