Sozialwissenschaften und Nationalsozialismus: Prof. Dr. Astrid Messerschmidt über „Antisemitismuskritik heute und der Umgang mit dem Nationalsozialismus in der Bildungsarbeit“ | Dienstag 24.01.2017 | 18 Uhr c.t. | ZHG 006

Vortrag: Prof. Dr. Astrid Messerschmidt über „Antisemitismuskritik heute und der Umgang mit dem Nationalsozialismus in der Bildungsarbeit“ | Dienstag 24.01.2017 | 18 Uhr c.t. | ZHG 006

Antisemitismuskritik heute und der Umgang mit dem Nationalsozialismus in der Bildungsarbeit

Vorwiegend wird Antisemitismus in der deutschen Öffentlichkeit als Problem der Vergangenheit betrachtet und mit der systematischen Judenverfolgung gleichgesetzt. Die ideologische Grundstruktur antisemitischer Denkweisen ist dagegen in der Breite der institutionalisierten Bildung kaum vermittelt worden, weshalb auch bei Lehrkräften auffällig wenige Kenntnisse darüber vorhanden sind, was die Verunsicherung gegenüber der Thematik verstärkt. Neuere Ansätze antisemitismuskritischer Bildung gehen auf das Machtparadigma ein, das eine überlegene und einflussreiche Gegenfigur imaginiert, der ein unschuldiges Selbstbild gegenübersteht. Dieses Selbstbild findet sich bis heute in den Thematisierungsformen der NS-Verbrechen. Es zeichnet sich dadurch aus, dass der Nationalsozialismus als ganz und gar überwunden und als Kontrastfolie der heutigen Verhältnisse aufgefasst wird. Diskontinuitäten und Nachwirkungen bleiben ausgeblendet. Der Vortrag skizziert Zugänge zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, die Verbindungen und Verwandtschaften zu den Denkmustern der reinen nationalen Gemeinschaft reflektieren, ohne von einer ungebrochenen Kontinuität auszugehen.

Astrid Messerschmidt, (geb. 1965) Dr. phil. habil., Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Geschlecht und Diversität an der Bergischen Universität Wuppertal,
Lehr- und Forschungsschwerpunkte: Migrationsgesellschaftliche Bildung, Diversität und Diskriminierung, Geschlechtertheorien und geschlechterreflektierende Bildung; Antisemitismus und Rassismus in den Nachwirkungen des Nationalsozialismus.

In Kooperation mit dem Fachschaftsrat Sozialwissenschaften (FSR SoWi).


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