Sozialwissenschaften und Nationalsozialismus: Lisa Klingsporn über „Recht und Justiz im Nationalsozialismus – Zur Aktualität Otto Kirchheimers Forschung im Rahmen des Institut für Sozialforschung“ | Dienstag 03.07.2018 | 18 Uhr c.t. | ZHG 104

[FÄLLT AUS!] Sozialwissenschaften und Nationalsozialismus: Lisa Klingsporn über „Recht und Justiz im Nationalsozialismus – Zur Aktualität Otto Kirchheimers Forschung im Rahmen des Institut für Sozialforschung“ | Dienstag 03.07.2018 | 18 Uhr c.t. | ZHG 104

Otto Kirchheimer (1905 – 1965) wird als Vertreter der „Peripherie“ der Kritischen Theorie im Gegensatz zu Franz L. Neumann, Herbert Marcuse, Theodor W. Adorno oder Max Horkheimer im Studium selten bis gar nicht diskutiert. Dabei lohnt sich ein Blick in seine Schriften. 1942 war er Wortgeber für die zentrale These der sozialen Kompromissstruktur rivalisierender Gruppen in Franz L. Neumanns Behemoth; 1968 leitete sein 1941 gehaltener Vortrag Rechtsordnung im Nationalsozialismus den Sammelband der Zeitschrift „Kritische Justiz“ „Der Unrechts-Staat“ ein und bis heute wird in der Analyse totalitärer Herrschaftssysteme an Kirchheimers Thesen angeknüpft.
Die ersten Analysen des Nationalsozialismus verfasste Kirchheimer Mitte der dreißiger Jahre aus marxistischer Sicht und gegen seinen Lehrer Carl Schmitt, der als „Kronjurist des Dritten Reiches“ bekannt ist. In den vierziger Jahren traten im Rahmen seiner Arbeit am Institut für Sozialforschung stärker rechtswissenschaftliche und kulturtheoretische Überlegungen hinzu, die er mit Hilfe empirischen Materials am Gegenstand entfaltete. Dies beinhaltet z.B. die These der „technischen Rationalität“ als Mittel zur totalitären Unterwerfung des Individuums, die es den rivalisierenden Gruppen (NSDAP, Industrie, Agrarsektor, Reichswehr, Staatsbürokratie) ermögliche durch eine dezentralisierte eigene Strafgerichtsbarkeit schnell und effizient Befehle durchzusetzen.
Wer war Otto Kirchheimer? In welchem Kontext sind seine Analysen des Nationalsozialismus entstanden? Welche Bedeutung nehmen Kirchheimers Analysen in der gegenwärtigen Forschung zum Faschismus ein?

Lisa Klingsporn, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideengeschichte der Universität Greifswald. Nach ihrem Studium der Kulturwissenschaften in Frankfurt (Oder) und Seoul wechselte sie zum Fach der Politikwissenschaft an die Universität Greifswald. Sie promoviert zur Rezeptionsgeschichte Otto Kirchheimers Arbeiten in den USA und Deutschland.
Forschungsschwerpunkte: Wirkungsgeschichte Otto Kirchheimers, Geschichte der Politikwissenschaft in den USA und Deutschland; Politische Theorien im 20. Jahrhundert.
Interessengebiet: Feministische Erkenntnistheorie

In Kooperation mit dem Fachschaftsrat Sozialwissenschaften.


0 Antworten auf „Sozialwissenschaften und Nationalsozialismus: Lisa Klingsporn über „Recht und Justiz im Nationalsozialismus – Zur Aktualität Otto Kirchheimers Forschung im Rahmen des Institut für Sozialforschung“ | Dienstag 03.07.2018 | 18 Uhr c.t. | ZHG 104“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


drei × = drei