Solidaritätserklärung mit der OM10

Hiermit wollen wir unsere Solidarität mit den Besetzer*innen des ehemaligen DGB-Gebäudes in der Oberen-Masch-Straße 10 ausrdücken. Wir teilen die Forderung leerstehende Wohnungen endlich wieder zu nutzen.
Aktuelle Informationen finden sich auf dem Blog der OM10, besonders in dieser Pressemitteilung.

BG SoWi-Abend | 17.11.2015 | 20 Uhr | Filmvorführung: „Deckname Dennise“ | im Fanraum

„In diesem Land gehen Dinge vor, von denen wir keine Ahnung haben!“ – Muss man wissen!!

Am 17.11. ab 20 Uhr begeben wir uns daher im Rahmen des monatlichen BG Sowi-Abends auf die Suche nach der ultimativen Wahrheit. Uns wurde dafür strengstgeheimes Videomaterial des rennomierten TV-Journalisten Dennis R.D. Mascarenas zugespielt, das uns in esoterische Zirkel und in die Hinterzimmern dubioser Kneipen führen wird und uns eine schwer zugängliche Parallelwelt aus surrealen Bedrohungsszenarien und kuriosen Verschwörungstheorien näher bringt.

Bei diesem Angriff auf die Lachmuskeln nicht vergssen werden darf allerdings, der ernste Hintergrund dieser grotesken Massenflucht in Esoterik und Verschwörungstheorien. Indemder Film die angesprochenen Themen assoziativ weiterführt, ordnet er sie in einen größeren Zusammenhang ein. Die Reise, die so harmlos beginnt, endet dort, wo die extreme politische Rechte in diesem Land ihr Winterquartier aufgeschlagen hat. Und das ist kein Zufall. Denn die Rassenideologie der Nazis, ihr Begriff von einer „Herrenrasse“, die faschistische Ausprägung des Antisemitismus, die faschistische Verquickung von Volk, Staat und Gesellschaft, die Ordensstruktur der SS und die Übernahme des Hakenkreuzsymbols – vieles davon ist aus mythisch-esoterischen Vorstellungen herausgewachsen.

Der Film von Thomas Frickel wird gegen 20.30 Uhr beginnen

Bericht Veranstaltung mit Alfons Söllner über „Die Faschismusanalysen der frühen Frankfurter Schule in Verhältnis zur sog. Totalitarismustheorie“ am 26.01.2015

Hier findet ihr unseren Veranstaltungsbericht zu der Veranstaltung mit Alfons Söllner am 26.01.2015: Bericht

Lesung von Paul Lafargues „Das Recht auf Faulheit“

Hier findet ihr nun den Audiomitschnitt von unserer Lesung vom 14.07.2015 von Paul Lafargues „Das Recht auf Faulheit“

Embed Music – Embed Audio Files – BG SoWi 14.07.2015 Lesung: R…

BG SoWi-Abend | 14.07.2015 | 19 Uhr | „Das Recht auf Faulheit“ | im Fanraum

Auch am 14.07.2015 findet wieder unser monatlicher BG SoWi-Abend im Fanraum statt. Diesmal mit einer Lesung aus Paul Lafargues „Recht auf Faulheit“.

„Recht auf Arbeit ist der Anspruch des Einzelnen gegen den Staat auf Gewährleistung der Möglichkeit, sich den Lebensunterhalt durch ökonomische Verwertung der Arbeitskraft zu sichern.“

Da wir jedoch alle wissen, dass (Lohn-)Arbeit scheiße ist und sowieso das Motto „keinen Finger krumm für diese Gesellschaft“ gilt, widmen wir uns bei der Juli-Ausgabe der BG Sowi-Theke dem Recht auf Faulheit! Wir lehnen uns zurück und lauschen einer Lesung Paul Lafargues‘ Ausführungen zum Recht auf Faulheit. Anschließend werden wir uns auf die faule Haut legen und das ein oder andere Kaltgetränk genießen.

Der Fanraum (Obere-Masch-Str. 10) öffnet um 19 Uhr. Die Lesung beginnt 19.45 Uhr und dauert ca 45 Minuten.

Sozialwissenschaften und Nationalsozialismus: Dienstag 23.06.2015 18.15 Uhr ZHG 002: Hansjörg Gutberger: „Sozialforschung und Raumordnungspolitik im NS-Staat“

Aus der Veranstaltungsreihe „Sozialwissenschaften und Nationalsozialismus“ Der Basisgruppe Sozialwissenschaften in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen e.V.

Hansjörg Gutberger
Dienstag 23.06.2015 | 18.15 Uhr | ZHG 002

Sozialforschung und Raumordnungspolitik im NS-Staat

Räumliche Entwicklungen können soziale Ungleichheiten und soziale (Des-) Integrationsprozesse mit (re-)produzieren. Raumbezogene Unterscheidungen, etwa zwischen Zentrum und Peripherie, werden darum in den Sozialwissenschaften wieder mehr beachtet. In der Fokussierung auf das Räumliche liegen aber auch Gefahren. Die Überbetonung allein der Raumdimension führte in der Vergangenheit meist direkt zu Ideologien agrarischer, ökologischer oder auch völkischer Art.

Es gibt aber auch verschiedene Sachdimensionen des Räumlichen. So können etwa sehr einseitig verlaufende räumliche Entwicklungen langfristig wirkende gesellschaftliche Folgen nach sich ziehen: Wo als ‚integratives‘ Angebot ein Einkaufscenter, ein Fußballstadion oder ein Golfplatz steht, erübrigen sich andere mögliche Formen des gesellschaftlichen Miteinanders.
Auch die einmal gewachsenen Siedlungsstrukturen lassen sich so schnell nicht wieder auflösen. Wachsende sozialräumliche Segregationen sind der Preis des heutigen Turbo-Kapitalismus.

Was haben aber diese Facetten des Räumlichen mit einer Soziologie zu tun, die vor 80 Jahren betrieben wurde? Und das in einem nationalsozialistischen Regime, das jedenfalls vorgab ganz anders als alle anderen gesellschaftlichen Systeme zu sein?

Nun, die jetzt neuerlich ins Blickfeld geratene empirische Sozialwissenschaft der NS-Jahre war nicht zuletzt Forschung für Raumordnungspolitik. Diese Sozialforschung wurde nicht nur außeruniversitär sondern auch an den Hochschulen betrieben. Häufig in einem eigens installierten und institutionalisierten Bereich („Hochschularbeitsgemeinschaften“) . Sie wurde finanziert von NS-Behörden wie der Reichsstelle für Raumordnung oder dem Reichsnährstand.
Der NS-Staat forderte etwas von seinen Wissenschaftlern: ihre Mitwirkung an Forschungen, die der ‚Volksgemeinschaft‘ zugute kommen sollten. Vor 20 Jahren habe ich dies als Verklammerung von Wissenschaft und politisch-administrativer Praxis zu beschreiben versucht; heute spricht man in der Wissenschaftsforschung von der „rekursiven Kopplung von Wissenschaft und Politik“ (P. Weingart) und von dem Wechselverhältnis von Wissenschaft und Politik als „Ressourcen füreinander“ (M. Ash).

Die Raumforschung/-ordnung war ein solcher Bereich. Er existierte auch nach 1945.
Wenn von empirischer Soziologie im NS-Staat die Rede ist, dann ist damit meist soziologische Forschung in der Raumforschung gemeint. Diese Soziologie stand (wie auch die Forschung anderer Wissenschaftsdisziplinen) in einem relativ engen Wechselverhältnis zur Raumordnungspolitik des NS-Staates, sie bediente sich aber durchaus jener Form von Expertise, die an fachliche Standards anknüpfte. Nützliche Expertise und verwert­bare Ergebnisse standen auch nicht immer in Einklang mit ‚politisch korrekten‘ Normen der NSDAP. Durch die Trennung war beiden Seiten, der Politik wie der Wissenschaft, besser gedient.
Raumordnungspolitik hatte im ‚Dritten Reich‘ sehr unterschiedliche Implikationen, darunter expansionistische, rassistische, völkische und gewaltförmige Seiten. Raumordnung betraf aber auch Fragen der ländlichen Modernisierung, der Verkehrsinfrastrukturplanung, des Wasserbaus, der Forstpolitik, der Verteilung verfügbarer Flächen für unterschiedliche Herrschaftsträger (und damit für unterschiedliche Zwecke der ‚System­integration‘), sie betraf auch Aspekte der konkreten Gestaltung der ‚Volksgemeinschaft‘ in der Region, der Ungleichheit und des Ausschlusses gesellschaftlich nicht wohl gelittener Personengruppen u.a.m.

Sozialwissenschaften und Nationalsozialismus: Dienstag 02.06.2015 18.15 Uhr ZHG 103: Maja Suderland: „Soziologie und Konzentrationslager“

Aus der Veranstaltungsreihe „Sozialwissenschaften und Nationalsozialismus“ Der Basisgruppe Sozialwissenschaften in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen e.V.

Maja Suderland
Dienstag 02.06.2015 | 18.15 Uhr | ZHG 103

Soziologie und Konzentrationslager
Über den Beitrag deutschsprachiger Soziolog_innen zur Analyse der nationalsozialistischen Zwangslager

Bereits unmittelbar nach Ende des „Dritten Reiches“ gerieten die Konzentrationslager ins Zentrum der Aufmerksamkeit einer entsetzten Weltöffentlichkeit. Seither hat das Thema verschiedene Konjunkturen erlebt, aber insgesamt ist das Interesse keineswegs rückläufig. Auch in diesem Jahr, wo man die 70. Jahrestage der Befreiung der Konzentrationslager beging, erfuhren die NS-Zwangslager erneut große Beachtung in sämtlichen Medien.
Man könnte nun annehmen, dass es insbesondere in Deutschland als dem Land der Täter auch in der Soziologie eine zentrale Auseinandersetzung mit diesem Thema gegeben hat und gibt. Zudem erscheint es für die „Wissenschaft von der Gesellschaft“ doch naheliegend, dass sie sich sowohl mit der NS-Gesellschaft befasst, die man ebenso gut als eine „Gesellschaft der Lager“ bezeichnen könnte, als auch mit den sozialen Verhältnissen und Prozessen innerhalb der NS-Zwangslager sowie mit dem gesellschaftlichen Umgang mit den ehemaligen KZ-Häftlingen nach ihrer Befreiung. Die deutsche und deutschsprachige Soziologie hat sich allerdings bislang nur sehr sporadisch mit Konzentrationslagern befasst und es gibt lediglich verstreut und vereinzelt soziologische Studien zum Thema. Darunter befinden sich sogar sehr frühe, schon während der NS-Zeit entstandene und wenig bekannte Arbeiten, aber auch spätere, heute weitgehend unbekannte, ebenso solche, die zwar stark rezipiert, aber nicht „als soziologisch“ gelesen werden.
Wie also beteilig(t)en sich deutschsprachige Soziolog_innen an den Debatten über die Konzentrationslager? Und hat das Thema einen festen Platz in der soziologischen Lehre an den deutschen Universitäten?
Der Vortrag will einen systematischen Überblick über den Beitrag deutschsprachiger Soziolog_innen zur wissenschaftlichen Analyse der mit den NS-Zwangslagern verbundenen Themen geben und den möglichen Erkenntnisgewinn einer „Soziologie der Konzentrationslager“ diskutieren. Dabei soll auch reflektiert werden, welche empirischen Methoden und theoretischen Konzepte zu deren Analyse geeignet erscheinen und inwiefern die Popularität bestimmter Methoden und Theorien möglicherweise dazu beiträgt, dass das Thema aus dem soziologischen Blick gerät.

Bericht 08.12.2014 Veranstaltung „Politikwissenschaft im Nationalsozialismus“ mit Prof. Dr. Rainer Eisfeld

Hier findet ihr unseren Veranstaltungsbericht zu der Veranstaltung mit Rainer Eisfeld am 08.12.2014: Bericht

Sozialwissenschaften und Nationalsozialismus: Montag 26.01.2015 18 Uhr ZHG 003: Prof. Dr. Alfons Söllner: „Die Faschismusanalysen der frühen Frankfurter Schule in Verhältnis zur sog. Totalitarismustheorie“

Eine Veranstaltung aus der Veranstaltungsreihe „Sozialwissenschaften und Nationalsozialismus“ der BG SoWi in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Nds.

Prof. Dr. Alfons Söllner: Montag 26.01.2015 18 Uhr ZHG 003

„Die Faschismusanalysen der frühen Frankfurter Schule in Verhältnis zur sog. Totalitarismustheorie“

Die frühe Frankfurter Schule hat auf der Basis einer revidierten marxistischen Gesellschaftslehre drei markante Ansätze der Faschismusanalyse entwickelt: die Ideologiekritik des bürgerlichen Menschen; die Zerstörung der Rechtsrationalität im Nationalsozialismus; und die Sozialpsychologie des autoritären Charakters. Die dazugehörigen Theorien erhalten schärfere Konturen, wenn man sie vergleicht mit der sog. Totalitarismustheorie, die sich auf die Herrschaftsmethoden der modernen Diktaturen konzentriert hat.

Sozialwissenschaften und Nationalsozialismus: Freitag 16.01.2015 18 Uhr ZHG 002: Dr. Michaela Christ: „Soziologie und Nationalsozialismus“

Eine Veranstaltung aus der Veranstaltungsreihe „Sozialwissenschaften und Nationalsozialismus“ der BG SoWi in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Nds.

Dr. Michaela Christ: Freitag 16.01.2015 18 Uhr ZHG 002

„Soziologie und Nationalsozialismus – Ein schwieriges Verhältnis“

Die Auseinandersetzung von deutschsprachigen Soziologinnen und Soziologen mit dem ‚Dritten Reich‘ begann schon Mitte der 1930er Jahre, sie dauert bis heute an. Gleichwohl und trotz der Bedeutung, die der Nationalsozialismus für alle gesellschaftlichen Bereiche der Bundesrepublik hatte (und zum Teil noch immer hat), ist der NS in der ‚Wissenschaft von der Gesellschaft‘ ein randständiges Thema geblieben.
Was sind die Ursachen für dieses Nischendasein? Welche Rolle spielen inhaltliche und personelle Kontinuitäten? Inwiefern lenk(t)en bestimmte Paradigmen, Methoden und Forschungsprogramme den Blick weg von Gewalt, Massenverbrechen und autoritärem Regime? Und schließlich: Was wäre gewonnen, wenn sich die Soziologie intensiver mit Holocaust und NS beschäftigte?